Hornisgrinde-Wolf am 24.09.2026: Über den Südbeckerweg zum Hohen Ochsenkopf

Am 24. September 2026 waren Susanne und ich rund drei Stunden im Gebiet zwischen Hundseck, Mehliskopf und Hohem Ochsenkopf unterwegs. Dieses Mal nahmen wir den Südbeckerweg. Auch diese Runde endete als Nullbeobachtung: keine Sichtung von Grindi, dem Hornisgrinde-Wolf.

Von Hundseck Richtung Südbeckerweg

Von Hundseck gingen wir zunächst nicht den üblichen Anstieg in Richtung Mehliskopf, sondern folgten der Straße ein Stück in Richtung Hundsbach.

Etwas unterhalb der Fuchslodge beginnt auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Forstweg, der langsam an Höhe gewinnt. In diesem Bereich wurde forstwirtschaftlich gearbeitet. Auffällig sind außerdem drei Hochsitze entlang des Weges, noch bevor der Nationalpark Schwarzwald beginnt.

Der Wald ist hier vergleichsweise licht und bietet gute Sichtachsen. Vom Gelände her wirkt dieser Bereich wie eine mögliche Fortsetzung des Wildkorridors vom Pfriemackerkopf. Ob und wie Wildtiere diese Verbindung tatsächlich nutzen, lässt sich aus unseren Beobachtungen allerdings nicht ableiten.

Südbeckerweg: Teufelskamin, Felsen und offene Grinde

Der Südbeckerweg befindet sich in deutlich besserem Zustand als der Nordbeckerweg und ist wesentlich leichter zu begehen.

Zunächst führt der Weg durch lichten Wald mit guten Sichtmöglichkeiten. Weiter im Inneren nehmen Steine und größere Felsblöcke zu, während das Gelände zunehmend steiler wird.

Besonders markant ist der Bereich am Teufelskamin. Hier erreichten wir den für uns steilsten Abschnitt der Strecke. Der Hang fällt auf einer Seite stark ab und macht deutlich, wie ausgeprägt das Relief am Hohen Ochsenkopf tatsächlich ist.

Danach verändert sich das Gelände erneut. Hang, Felsen und Wald erzeugen stellenweise den Eindruck eines natürlichen Trichters, bevor sich die Landschaft überraschend zu einer größeren Grindenfläche öffnet.

Nach dem steilen und felsigen Abschnitt ist der Kontrast deutlich: Auf der Grinde hat man plötzlich wesentlich weitere Sichtachsen.

Im feuchten Boden fanden wir dort einen etwa 12 Zentimeter langen Schalenabdruck, der nach Größe und Form sehr wahrscheinlich von einem Rothirsch stammt.

Die Abfolge aus steilem Waldhang, felsiger Engstelle und offener Grinde macht verständlich, warum dieser Bereich für die Beobachtung von Wildtieren interessant sein kann.

Drei Stunden im Gebiet – keine Wolfssichtung

Grindi haben wir nicht gesehen. Auch andere größere Wildtiere zeigten sich während unserer Runde nicht.

Dafür hörten wir Kolkraben, einen Schwarzspecht und ein Auerhuhn.

Der Südbeckerweg ist deutlich weniger anspruchsvoll als der Nordbeckerweg. Bei Nässe würde ich die Strecke wegen der Steine, Felsen und teilweise sehr steilen Abschnitte trotzdem nicht empfehlen.

Während der gesamten Runde begegneten uns lediglich zwei Wanderer, beide im Bereich Hundseck.

Grindi und die Frage der Koexistenz

Was nach dieser Wanderung besonders auffällt, ist die Ruhe und Größe dieses Gebietes. Rund drei Stunden waren wir zwischen Hundseck, Südbeckerweg und Hohem Ochsenkopf unterwegs – ohne Wolfssichtung und fast ohne Menschen.

Eine einzelne Nullbeobachtung beweist natürlich nichts über das Verhalten des Hornisgrinde-Wolfs. Aber auch diese Stunden gehören für uns zur Dokumentation: Menschen wandern durch Grindis Gebiet, während der Wolf unsichtbar bleibt.

Der Nationalpark Schwarzwald weist Besucher inzwischen mit Schildern auf die Anwesenheit des Wolfs hin. Gleichzeitig zeigt eine Wanderung wie diese, wie weitläufig, bewaldet und teilweise schwer einsehbar sein Lebensraum hier ist.

Und nach einer solchen Runde bleibt für mich eine einfache Frage:

Wenn Grindi, der Hornisgrinde-Wolf, in einer solchen Landschaft des Nationalparks Schwarzwald keinen Platz haben kann – wo dann?

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