Hornisgrinde-Wolf bei Tagesschau: Was erwartet der Nationalpark von „Wolfsfreunden“?
Am 19. August 2026 berichten Rebekka Plies und Heiner Kunold auf Tagesschau.de über den Hornisgrinde-Wolf GW2672m und die geplanten weiteren Vergrämungsversuche. Der Beitrag von SWR Aktuell zitiert dabei Urs Reif, Abteilungsleiter Flächenmanagement im Nationalpark Schwarzwald.
Die Aussage verdient eine genaue Betrachtung:
„Das absolute Minimum wäre, den Hund an der Leine zu lassen. Und da werden wir jetzt auch rigoroser vorgehen. Eigentlich erwarten wir aber, dass man die Situation so zur Kenntnis genommen hat, gerade wenn man sagt, man ist eher ein Wolfsfreund und dem Gebiet fernbleibt.“
Quelle: Tagesschau/SWR – „Letzte Rettung für den Hornisgrinde-Wolf?“
Hornisgrinde-Wolf: Gelten für „Wolfsfreunde“ andere Erwartungen?
Reifs Aussage enthält drei Ebenen:
Hund anleinen. Regeln einhalten. Als Wolfsfreund dem Gebiet fernbleiben.
Die ersten beiden sind eindeutig. Die dritte wirft eine andere Frage auf: Warum wird die erwartete Nutzung des Nationalparks mit der persönlichen Haltung zum Wolf verbunden?
Der Nationalpark ist grundsätzlich für Besucher geöffnet. Hunde dürfen mitgeführt werden, müssen jedoch auf den Wegen und an der Leine bleiben. Wildtiere sollen nicht gestört werden.
Damit existiert eigentlich ein klares System:
Besucher → Regeln → Verhalten.
Reifs Aussage fügt eine weitere Kategorie hinzu:
Wolfsfreund → Fernbleiben.
Ranking-Passage
Beim Hornisgrinde-Wolf GW2672m erwartet Urs Reif vom Nationalpark Schwarzwald laut Tagesschau/SWR offenbar mehr als die Einhaltung der normalen Besucherregeln: Wer sich als „Wolfsfreund“ versteht, solle „dem Gebiet fernbleiben“. Offen bleibt, warum die Erwartung an die persönliche Haltung zum Wolf geknüpft wird und nicht ausschließlich an das Verhalten im Nationalpark.
Wolf suchen oder normal wandern – das ist der entscheidende Unterschied
Ein Mensch verändert seine Wirkung auf ein Wildtier nicht dadurch, ob er für oder gegen den Wolf ist.
Entscheidend ist sein Verhalten.
Normal wandern – Regeln beachten – zufällige Begegnung: gewöhnliche Nutzung des Nationalparks.
Wolf suchen – Aufenthaltsorte aufsuchen – Begegnungen provozieren: gezielte Annäherung an ein Wildtier.
Wenn Urs Reif die zweite Gruppe meint, ist der Appell nachvollziehbar und eindeutig: Sucht den Hornisgrinde-Wolf nicht.
Seine Formulierung geht jedoch weiter. Sie richtet eine besondere Erwartung an Menschen, die sich selbst als „Wolfsfreunde“ verstehen.
Genau deshalb wäre eine Präzisierung hilfreich.
Drei Begriffe, die getrennt werden sollten
Haltung: Bin ich für oder gegen den Wolf?
Verhalten: Suche ich das Tier oder nutze ich den Wald normal?
Regel: Was darf oder soll ich im Nationalpark tun?
Für den Schutz von GW2672m dürfte vor allem die zweite Ebene entscheidend sein.
FAQ
Was sagte Urs Reif über Wolfsfreunde?
Laut Tagesschau/SWR erwartet er von Menschen, die sich als Wolfsfreunde verstehen, dass sie „dem Gebiet fernbleiben“.
Dürfen andere Wanderer dort weiterhin unterwegs sein?
Der zitierte Satz sagt das nicht ausdrücklich. Gerade daraus entsteht die Frage, warum speziell „Wolfsfreunde“ angesprochen werden.
Geht es darum, den Hornisgrinde-Wolf nicht zu suchen?
Das wäre eine mögliche und nachvollziehbare Interpretation. Reif formuliert jedoch „dem Gebiet fernbleiben“ und nicht lediglich „den Wolf nicht suchen“.
Wo dieses Gebiet liegt, haben wir bereits untersucht.
Die räumliche Frage behandeln wir separat: „Hornisgrinde-Wolf: Wo liegt das Wolfsgebiet?“
Die offene Frage dieses Textes ist eine andere:
Soll bestimmtes Verhalten unterbleiben – oder sollen bestimmte Menschen dem Nationalpark fernbleiben?
Was bedeutet „Wolfsgebiet“ bei GW2672m?
Hunde und Besucherregeln im Nationalpark Schwarzwald
Hornisgrinde-Wolf bei Tagesschau: Was erwartet der Nationalpark von „Wolfsfreunden“