Erfolg im Wolfsmanagement: Woran messen wir Wolfsentnahmen?

Erfolg im Wolfsmanagement: Woran messen wir eine Wolfsentnahme?

Das neue Wolfsmanagement in Niedersachsen ermöglicht die Entnahme streng geschützter Wölfe. Doch wann gilt eine solche Maßnahme als erfolgreich? Diese Seite erklärt, welche Kriterien Politik, Behörden und Öffentlichkeit heranziehen sollten, um den Erfolg eines Wolfsmanagements objektiv zu bewerten.

Weniger Wölfe oder weniger Risse – was ist eigentlich Erfolg?

Ab dem 1. Juli 2026 beginnt in Niedersachsen eine neue Phase des Wolfsmanagements.

Der neue Managementplan legt fest, dass im Jagdjahr 2026/27 bis zu 27 territoriale Wölfe entnommen werden können. Gleichzeitig werden Schnellabschussverfahren und Interventionsgebiete eingeführt.

Damit stellt sich eine einfache, aber entscheidende Frage.

Wann war das Wolfsmanagement erfolgreich?

Die Zahl der geschossenen Wölfe allein kann nicht die Antwort sein.

Denn das eigentliche Ziel des Managements ist nicht, möglichst viele Wölfe zu entnehmen.

Das erklärte Ziel ist vielmehr, Nutztierrisse zu verringern, Weidetierhalter zu entlasten und Konflikte zwischen Mensch und Wolf zu reduzieren.

Genau daran muss sich das Management messen lassen.

Stellen wir uns deshalb folgendes Szenario vor.

Am Ende des Jagdjahres wurden tatsächlich 27 territoriale Wölfe entnommen.

Jetzt beginnt die eigentliche Bewertung.

Sind die Nutztierrisse deutlich zurückgegangen?

Haben Landwirte geringere wirtschaftliche Verluste?

Mussten weniger Tiere entschädigt werden?

Gab es weniger Ausnahmeverfahren und weniger Konflikte?

Wenn diese Fragen mit Ja beantwortet werden können, spricht vieles dafür, dass das Management seine Ziele erreicht hat.

Wenn aber trotz der Entnahmen die Zahl der Risse unverändert bleibt oder sogar steigt, muss auch diese Erkenntnis offen diskutiert werden.

Besonders wichtig wird diese Bewertung deshalb, weil nach dem Managementplan nicht immer der tatsächlich schadensverursachende Wolf entnommen werden muss. Gerade deshalb reicht es nicht aus, nur die Zahl der Abschüsse zu veröffentlichen.

Entscheidend ist das Ergebnis.

Ein modernes Managementsystem muss sich an messbaren Erfolgen orientieren.

Es muss zeigen können, dass die Eingriffe den Weidetierhaltern tatsächlich helfen und gleichzeitig den günstigen Erhaltungszustand der Wolfspopulation sichern.

Deshalb beginnt mit dem 1. Juli nicht nur ein neues Wolfsmanagement.

Es beginnt auch die Bewährungsprobe.

Denn am Ende wird nicht gefragt werden, wie viele Wölfe geschossen wurden.

Sondern ob dadurch tatsächlich weniger Schafe gerissen wurden.

27 Wölfe weniger – aber gibt es auch weniger Nutztierrisse?

Erfolg im Wolfsmanagement: Welche Kennzahlen wirklich zählen

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