Sozial Walking Hornisgrinde · Begegnung im Wald

Sozial Walking im Hornisgrinde-Revier · Begegnungen im lebendigen Wald

Beim zweiten Sozial Walking im Hornisgrinde-Revier entstanden stille und tiefgehende Momente über Natur, Erinnerung, Verbundenheit und das Wesen des Waldes.

Ein anderer Weg

Am Sonntag fand unser zweites Sozial Walking im nördlichen Schwarzwald statt, im Revier des Hornisgrinde-Wolfs.

Schon der Beginn fühlte sich anders an. Die ursprünglich geplante Route war wegen Forstarbeiten gesperrt, sodass wir einen anderen Weg einschlugen — hinein in ein Gebiet, das während der Entnahmephase eine besondere Bedeutung hatte.

Der Wald war voller frischem Grün. Heidelbeeren, Licht, Wind und die Geräusche des Waldes wirkten wie ein lebendiger Raum, der uns langsam aufgenommen hat.

Stille Begegnungen

Eine Teilnehmerin, die ein tiefes Verständnis von Kahu und dem Wesen des Hornisgrinde-Wolfs in sich trägt, erlebte während der Wanderung einen sehr emotionalen und spirituellen Moment.

Sie war für mich in den vergangenen Monaten oft ein stiller Anker. Dort, wo ich dazu neige, mich in Gedanken und Analysen zu verlieren, bringt sie Ruhe, Wärme und eine andere Form des Wahrnehmens hinein. Manche Menschen tragen etwas in sich, das den Wald nicht nur betrachtet, sondern wirklich spürt.

Später, als wir gemeinsam vesperten, erzählte sie uns, dass sie gespürt habe, dass wir nicht allein unterwegs gewesen seien — dass die Seelen ihrer Hunde uns begleitet hätten.

Es war einer dieser seltenen Augenblicke, in denen Worte nicht mehr alles erklären müssen.

Während sie sprach, stand hinter ihr ein blühender Baum voller summender Bienen. Für einen kurzen Moment schien alles still zu werden und gleichzeitig vollkommen lebendig.

Mehr als nur ein Spaziergang

Ich bin dankbar, dass solche Momente in unserer Gruppe entstehen dürfen. Ohne Druck. Ohne Bewertung. Einfach getragen von Offenheit und Vertrauen.

Für mich zeigt sich darin, dass Sozial Walking langsam zu etwas Tieferem wird. Nicht nur ein gemeinsames Gehen durch den Wald, sondern auch ein vorsichtiges Wiederverbinden — mit der Natur, mit Erinnerung, mit Mitgefühl und vielleicht auch mit Teilen von uns selbst, die im Alltag oft verloren gehen.

Seit Beginn habe ich das Gefühl, dass der Hornisgrinde-Wolf etwas in vielen Menschen berührt, das weit über die nüchterne Beschreibung eines „Problemwolfs“ hinausgeht.

Vielleicht geht es am Ende nicht nur um den Wolf. Vielleicht geht es auch darum, ob wir wieder lernen können, den Wald als etwas Lebendiges zu spüren.

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