Erfolg im Wolfsmanagement: Woran messen wir Wolfsentnahmen?

Die neue Rolle der Jägerschaft: Vom Heger zum Wolfsmanager?

Mit dem neuen Jagdgesetz und dem Wolfsmanagementplan übernimmt die Jägerschaft in Niedersachsen neue Aufgaben. Neben Hege und Pflege gehört künftig auch die Umsetzung staatlicher Wolfsmanagementmaßnahmen dazu. Diese Seite erklärt, wie sich die Rolle der Jäger verändert und welche Verantwortung damit verbunden ist.

Das neue Jagdgesetz verändert die Aufgaben der Jäger

Über Generationen war die Rolle der Jägerschaft klar definiert.

Sie sollte Wildbestände hegen, Lebensräume pflegen und für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wild und Natur sorgen. Begriffe wie Hege, Pflege und Waidgerechtigkeit prägten das Selbstverständnis vieler Jäger.

Mit dem neuen Wolfsmanagement kommt jedoch eine völlig neue Aufgabe hinzu.

Ab dem 1. Juli 2026 können Jäger unter bestimmten Voraussetzungen Wölfe im Auftrag des staatlichen Wolfsmanagements entnehmen. Grundlage dafür sind das neue niedersächsische Jagdgesetz und der Wolfsmanagementplan.

Damit verändert sich ihre Rolle grundlegend.

Der Jäger handelt nicht mehr ausschließlich als Heger des Wildes.

Er wird Teil eines staatlichen Managementsystems für eine streng geschützte Tierart.

Die Entscheidung, ob eine Wolfsentnahme zulässig ist, treffen die zuständigen Behörden.

Die Aufgabe der Jägerschaft besteht darin, diese Entscheidung praktisch umzusetzen.

Damit entstehen neue Fragen.

Wie gehen Jäger damit um, wenn nicht feststeht, dass der erlegte Wolf tatsächlich den Schaden verursacht hat?

Wie verändert sich das Verständnis von Waidgerechtigkeit, wenn ganze Rudel oder andere Rudelmitglieder betroffen sein können?

Welche Verantwortung tragen Staat und Behörden gegenüber den Jägern, die diese schwierigen Entscheidungen in der Praxis umsetzen?

Diese Fragen richten sich ausdrücklich nicht gegen die Jägerschaft.

Im Gegenteil.

Viele Jäger übernehmen damit Aufgaben, die ihnen der Gesetzgeber überträgt.

Gerade deshalb ist Transparenz wichtig.

Die Öffentlichkeit muss nachvollziehen können,

  • warum eine Entnahme angeordnet wurde,
  • auf welcher rechtlichen Grundlage sie erfolgt,
  • welche Ziele damit verfolgt werden,
  • und ob diese Ziele anschließend tatsächlich erreicht wurden.

Das neue Wolfsmanagement verändert deshalb nicht nur den Umgang mit dem Wolf.

Es verändert auch das Berufs- und Selbstverständnis der Jägerschaft.

Aus der klassischen Hege entsteht eine neue Form staatlich gesteuerten Wildtiermanagements.

Ob dieses Modell langfristig erfolgreich sein wird, entscheidet sich nicht allein an der Zahl der entnommenen Wölfe.

Entscheidend wird sein, ob es gelingt, Weidetierhaltung, Artenschutz, Jagd und gesellschaftliche Akzeptanz dauerhaft miteinander zu verbinden

Neue Aufgaben für Jäger im Wolfsmanagement ab 1. Juli

Hege, Waidgerechtigkeit und Wolfsmanagement – ein neues Selbstverständnis?

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