Grindi im August 2026: Vier zufällige Begegnungen und eine Frage des Umgangs mit Sichtungen
Im August 2026 liegen Grindi-Wolf vier aktuelle Beobachtungen des Hornisgrinde-Wolfs vor: eine eigene Begegnung und drei weitere Sichtungen von Menschen, die sich aufgrund dieser Website direkt bei mir gemeldet haben. Allen vier Begegnungen ist etwas gemeinsam: Sie waren nicht gesucht, dauerten nur sehr kurz und der Wolf verschwand unmittelbar wieder.
Vier Begegnungen, ein ähnlicher Ablauf
Ich selbst habe den Hornisgrinde-Wolf in der Vergangenheit bereits mehrfach gesehen. Bei diesen Begegnungen entfernte er sich.
Auch meine aktuelle Beobachtung verlief so. Ich sah den Wolf aus ungefähr 60 Metern Entfernung. Er drehte unmittelbar ab und verschwand im Unterholz. Die gesamte Begegnung dauerte vielleicht zwei Sekunden.
Seitdem haben sich drei Menschen aufgrund von Grindi-Wolf direkt bei mir gemeldet und eigene aktuelle Begegnungen beschrieben.
Auch bei ihnen fällt vor allem eines auf: Alles ging sehr schnell.
Der Wolf wurde gesehen und war kurz darauf wieder verschwunden.
Vier Beobachtungen sind keine wissenschaftliche Untersuchung. Sie beweisen weder eine grundsätzliche Verhaltensänderung noch, dass jede Begegnung mit GW2672m so verläuft.
Sie dokumentieren zunächst nur vier konkrete Begegnungen.
Den Hornisgrinde-Wolf zu sehen ist nicht einfach
Das ist für die Einordnung wichtig.
In weiten Teilen des Nationalparks Schwarzwald und der angrenzenden Gebiete ist die Vegetation dicht. Abseits offener Flächen kann ein Wolf innerhalb weniger Sekunden im Unterholz verschwinden.
Keine der vier hier beschriebenen Begegnungen entstand dadurch, dass Menschen gezielt nach Grindi gesucht haben.
Es waren Zufallsbegegnungen.
In den betreffenden Situationen wurden von den Beobachtern keine Ranger, Kameras oder laufenden Vergrämungsmaßnahmen wahrgenommen. Daraus lässt sich nicht schließen, dass solche Maßnahmen andernorts oder zu anderen Zeiten nicht stattfinden. Es beschreibt lediglich die jeweilige Beobachtungssituation.
Was machen wir mit einer Sichtung?
Diese Frage wurde mir inzwischen mehrfach gestellt:
Wo soll ich eine Sichtung melden?
Die FVA in Freiburg ist für das Wolfsmonitoring in Baden-Württemberg eine fachlich zuständige Institution. Wer eine Beobachtung offiziell melden möchte, kann dies dort tun.
Grindi-Wolf verfolgt einen anderen Ansatz.
Ich selbst gebe aktuelle Sichtungsorte nicht weiter und veröffentliche keine konkreten Standortinformationen. Auch Menschen, die sich bei mir melden, müssen mir keinen genauen Standort nennen.
Der Grund ist einfach: Eine Information über das Verhalten eines Wolfes und eine Information über seinen aktuellen Aufenthaltsort haben unterschiedliche Funktionen.
Wie Informationen aus dem offiziellen Monitoring anschließend in behördliche Bewertungen und Managemententscheidungen einfließen, sollte transparent nachvollziehbar sein.
Melden oder nicht melden?
Diese Entscheidung kann und will ich niemandem abnehmen.
Wenn mich Menschen fragen, was ich persönlich tun würde, ist meine Position klar: Wer den Wolf schützen möchte, sollte sorgfältig darüber nachdenken, ob eine aktuelle Standortinformation weitergegeben werden muss.
Das ist meine persönliche Einschätzung, keine Aufforderung, offizielle Meldewege zu umgehen. Jeder Beobachter muss diese Entscheidung selbst treffen.
Für Grindi-Wolf ist etwas anderes wichtiger:
Der Wolf ist kein Suchziel.
Man muss Grindi nicht suchen, um im Nordschwarzwald präsent zu sein.
Die offiziellen Wege des Nationalparks und der angrenzenden Gebiete werden jeden Tag von Wanderern, Radfahrern und anderen Menschen genutzt. Diese normale, friedliche Nutzung des Waldes reicht aus.
Wenn sich der Wolf dabei zufällig zeigt, kann man die Begegnung beobachten und dokumentieren.
Dann sollte man ihn wieder verschwinden lassen.
Keine Verfolgung. Keine Suche nach einem besseren Foto. Keine Veröffentlichung des Standortes.
Der Wald gehört nicht den Jägern allein. Aber der Wolf gehört auch nicht den Menschen, die ihn schützen wollen.
Hornisgrinde-Wolf und Nationalpark Schwarzwald: Vier zufällige Begegnungen
Grindi und Nationalpark Schwarzwald: Warum der Wolf kein Suchziel ist
Hornisgrinde-Wolf Grindi: Hilft die neue Petition – oder schafft mehr Aufmerksamkeit neue Risiken?