Hornisgrinde-Wolf: Die Bürgerinitiative fordert Dialog mit der Politik – aber wie offen ist der Dialog innerhalb des Wolfschutzes?
Die Bürgerinitiative „Der Hornisgrinde Wolf soll leben“ fordert öffentlich Dialog mit der Politik. Doch rund um GW2672m gibt es auch innerhalb des Wolfschutzes unterschiedliche Vorstellungen über Mahnwachen, Vergrämung, öffentliche Mobilisierung und Koexistenz. Deshalb stellt sich eine weitere Frage: Findet dieser Dialog auch unter den Menschen statt, die Grindi schützen wollen?
Treten Sie in den Dialog mit uns“
In einem öffentlichen Facebook-Beitrag aus dem Umfeld der neuen Bürgerinitiative heißt es:
„Treten Sie in den Dialog mit uns.“
Die Initiative beschreibt sich dabei als Bindeglied zwischen Politik und Bürgern und wünscht sich „gute Gespräche und eine konstruktive Zukunft“.
Das ist ein nachvollziehbarer Anspruch. Dialog sollte jedoch nicht erst bei politischen Entscheidungsträgern beginnen.
Mein Angebot an die Bürgerinitiative
Ich bin Donald Pennet, Autor von Grindi-Wolf.de. Am 9. September 2026 habe ich Kontakt aufgenommen und Zusammenarbeit angeboten.
Meine Nachricht lautete:
Hallo,
ich denke, wir wollen im Grunde alle dasselbe: dass Grindi endlich in Ruhe gelassen wird.
Mit www.grindi-wolf.de haben wir inzwischen eine gute Sichtbarkeit bei Google aufgebaut. Diese Sichtbarkeit würde ich gerne auch dafür nutzen, eure Arbeit und eure Erfahrungen sichtbarer zu machen.
Wenn ihr möchtet, schickt mir eure Mahnwache in Bühl oder andere Informationen, die euch wichtig sind. Besonders wichtig finde ich persönliche Erfahrungsberichte – ob Mahnwachen, Entnahmephase, Begegnungen, Nullbeobachtungen oder persönliche Gedanken zu Grindi.
Ich verändere die Texte nicht. Sie bleiben die persönliche Stimme der jeweiligen Person und können natürlich auch anonym veröffentlicht werden.
Ich glaube, wir müssen hier alle zusammenarbeiten. Jeder hat andere Erfahrungen, Kontakte und Möglichkeiten.
Viele Grüße
Donald
Bis zum 16. September erhielt ich keine Antwort.
Das beweist keine fehlende Dialogbereitschaft. Eine einzelne Nachricht kann aus vielen Gründen unbeantwortet bleiben.
Sie führt aber zu einer größeren Frage.
Unterschiedliche Vorstellungen vom Wolfschutz
Schon während der ersten Entnahmephase wurde deutlich, dass Menschen, die Grindi schützen wollen, keineswegs bei allen Fragen einer Meinung sind.
Die Unterschiede betreffen unter anderem politische Mobilisierung, Mahnwachen, Aktivitäten im Gebiet, Vergrämung und die Frage, was Koexistenz praktisch bedeutet.
Auch meine eigene Position hat sich durch die Erfahrungen der vergangenen Monate verändert. Ich halte heute weniger menschliche Präsenz, sachliche Dokumentation und Nullbeobachtungen für wichtiger als eine dauerhafte Mobilisierung rund um den Wolf.
Andere setzen stärker auf Öffentlichkeit und politischen Druck.
Beides unter dem Begriff „Wolfschutz“ zusammenzufassen verdeckt diese Unterschiede.
Wer spricht für wen?
Eine Bürgerinitiative mit derzeit rund 45 Facebook-Followern kann selbstverständlich politische Gespräche suchen und eine Mahnwache organisieren.
Die interessantere Governance-Frage lautet:
Für wen spricht sie – und wie werden andere Stimmen innerhalb des Wolfschutzes einbezogen?
Wer Dialog von Politik fordert, muss nicht mit jedem einer Meinung sein.
Aber gerade dort, wo Menschen dasselbe grundlegende Ziel und unterschiedliche Vorstellungen über den Weg dorthin haben, wäre Dialog besonders wertvoll.
Mein Angebot zur Zusammenarbeit bleibt deshalb bestehen.
Vielleicht beginnt Koexistenz nicht nur beim Verhältnis zwischen Mensch und Wolf, sondern auch damit, unterschiedliche Vorstellungen darüber auszuhalten, wie der Wolf geschützt werden soll.
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