Westerwälder Drückjagdmeute: Warum wurde das Wildschwein gefilmt?
11. Oktober 2026 – Dokumentation Grindi-Wolf
Ein auf Instagram veröffentlichtes Video der Westerwälder Drückjagdmeute zeigt Jagdhunde im unmittelbaren körperlichen Kontakt mit einem Wildschwein. Während der gezeigten Sequenz ist kein Eingreifen eines Jägers oder Hundeführers zu erkennen.
Die zentrale Frage lautet: Warum wurde diese Situation gefilmt und anschließend in sozialen Medien veröffentlicht, ohne den Ablauf und das Eingreifen der Verantwortlichen zu erklären?
Was bedeutet das Binden eines Wildschweins?
In der Jagdsprache bedeutet Binden, dass Jagdhunde ein Wildtier an der Flucht hindern, bis ein Jäger eingreifen kann.
Dabei können Hunde das Wildschwein stellen, bedrängen oder mit den Zähnen packen. Beim körperlichen Packen können erhebliche Schmerzen und Verletzungen entstehen.
Das Binden verletzten Wildes soll ermöglichen, dass ein Jäger das Tier erreicht und fachgerecht abfängt.
Welche Pflicht hat der Jäger?
Nach § 22a Bundesjagdgesetz muss krankgeschossenes Wild unverzüglich erlegt werden, um vermeidbare Schmerzen oder Leiden zu verhindern.
Erreicht ein Jäger ein schwer verletztes Wildschwein, das von Hunden festgehalten wird, muss er deshalb ohne vermeidbare Verzögerung handeln, soweit ein sicheres Eingreifen möglich ist.
Auch zehn Sekunden können relevant sein, wenn eine sichere Beendigung des Leidens möglich gewesen wäre und stattdessen weitergefilmt wurde. Eine feste gesetzliche Zehn-Sekunden-Grenze gibt es nicht.
Warum wurde gefilmt und das Video veröffentlicht?
Die Westerwälder Drückjagdmeute berichtet in einem Instagram-Beitrag über den Einsatz ihrer Hunde bei mehreren Jagdtagen. Dabei werden auch verhinderte Nachsuchen und die tierärztliche Behandlung der Hündin Holly erwähnt.
Die Veröffentlichung erklärt jedoch nicht, warum in der hier untersuchten Situation die Hunde am Wildschwein gefilmt wurden.
Auch die weitere Instagram-Veröffentlichung wirft Fragen zum Umgang mit dem Wildschwein auf.
Daraus ergeben sich fünf konkrete Fragen:
Wer filmte die Situation, und warum?
War das Wildschwein bereits verletzt?
Befand sich ein Jäger in unmittelbarer Nähe?
Warum ist während der gezeigten Sequenz kein Eingreifen zu erkennen?
Welchen Zweck hatte die anschließende Veröffentlichung auf Instagram?
Aus der Aufnahme allein lässt sich nicht feststellen, was außerhalb des Bildausschnitts geschah oder ob ein sicheres Eingreifen bereits möglich war.
Weitere Dokumentationen
Westerwälder Drückjagdmeute – Tierleid
Westerwälder Drückjagdmeute – Nachsuche
Westerwälder Drückjagdmeute – Naturschutz
Fazit
Die jagdliche Funktion des Bindens ist nachvollziehbar: Hunde sollen ein Wildschwein festhalten, damit ein Jäger eingreifen kann.
Nicht erklärt ist, weshalb der körperliche Kontakt zwischen den Hunden und dem Wildschwein gefilmt und anschließend öffentlich präsentiert wurde.
Eine Veröffentlichung solcher Szenen wirft Fragen nach dem Zweck der Aufnahme, der Verantwortung der beteiligten Personen und der Vermeidung von Tierleid auf.
Eine Erklärung der Westerwälder Drückjagdmeute zu diesen konkreten Fragen liegt in den hier ausgewerteten Informationen nicht vor.