Grindi, Nationalpark Schwarzwald: Was können wir jetzt tun?
Stand: 2. September 2026
Nach den aktuellen Berichten über Grindi, den Hornisgrinde-Wolf GW2672m, den Nationalpark Schwarzwald und eine mögliche Vergrämung fragen mich viele Menschen: Was können wir jetzt tun?
Die Antwort ist einfach: legal präsent sein, beobachten und dokumentieren – ohne einzugreifen.
Grindi beobachten und dokumentieren: klare Regeln
Für mich verändert die öffentlich beschriebene Möglichkeit eines Hard Release die Situation deutlich. Ich persönlich halte eine solche Behandlung des Wolfs für Tierquälerei.
Ob diese Methode tatsächlich eingesetzt wird und ob es überhaupt gelingt, Grindi dafür einzufangen, wissen wir nicht.
Was wir tun können, ist klar.
Präsenz zeigen
Solange Wege nicht gesperrt sind, können wir uns dort ganz normal und legal bewegen.
- tagsüber unterwegs sein
- auf den legalen Wegen bleiben
- einzeln oder in kleinen Gruppen gehen
- ruhig beobachten
- Natur und Umgebung dokumentieren
Es geht nicht um eine organisierte Aktion im Wald.
Präsenz bedeutet Beobachtung – nicht Eingreifen.
Dokumentieren
Das ist für mich der wichtigste Punkt.
Auch ein Tag, an dem man Grindi nicht sieht, kann dokumentiert werden:
- Datum und Uhrzeit
- Dauer
- allgemeiner Bereich
- besondere Beobachtungen
- Sichtungen
- geschätzte Entfernung
- beobachtbares Verhalten
- Fotos, wenn möglich
Je genauer wir dokumentieren, desto besser lässt sich später nachvollziehen, was tatsächlich beobachtet wurde und was darüber öffentlich gesagt wurde.
Wenn wir Grindi sehen
Eine Begegnung wird nicht provoziert.
- nicht verfolgen
- nicht anlocken
- nicht bedrängen
- nicht absichtlich beeinflussen
- Abstand dokumentieren
- Verhalten dokumentieren
Wichtig ist die Trennung zwischen Beobachtung und Interpretation.
Nicht:
„Grindi hatte keine Angst.“
Sondern:
„Der Wolf stand ungefähr 60 Meter entfernt, schaute kurz in meine Richtung und verschwand nach wenigen Sekunden.“
Wer möchte, kann solche Beobachtungen an Grindi-Wolf weitergeben.
Bei einer Veröffentlichung nennen wir keine aktuellen genauen Standorte des Wolfs.
Was wir ausdrücklich nicht tun
Die Grenzen sind genauso wichtig wie die Beobachtung:
- keine Nachtgänge
- keine legalen Wege verlassen
- keine Wildtierkameras anfassen
- keine Jagdeinrichtungen anfassen
- keine Geräte der FVA, des Nationalparks oder anderer Stellen verändern
- keine Vergrämungsmaßnahmen behindern
- keine Konfrontationen
Kameras, Hochsitze oder andere Einrichtungen können von einem legalen Standort aus fotografiert und dokumentiert werden.
Wir beobachten. Wir berühren nichts.
Warum keine Nachtgänge?
Der Wald gehört nicht nur Grindi.
Wildtiere und Vögel brauchen Ruhe. Unser Ziel kann nicht sein, zum Schutz eines Tieres andere Tiere unnötig zu stören.
Deshalb bleiben wir bei ruhiger Beobachtung am Tag.
Warum Dokumentation jetzt wichtig ist
Öffentlich wird über Sichtungen, Abstände, Verhalten, Vergrämung und mögliche weitere Maßnahmen gesprochen.
Deshalb ist unabhängige Dokumentation wichtig.
Die Fragen sind einfach:
Was wurde gesehen?
Wann wurde es gesehen?
In welcher Entfernung?
Wie verhielt sich der Wolf tatsächlich?
Was wurde anschließend darüber berichtet?
Wir müssen Grindi nicht suchen, verfolgen oder beeinflussen.
Wir müssen auch keine offiziellen Maßnahmen verhindern.
Was wir schaffen können, ist ein nachvollziehbarer Bestand an Beobachtungen.
Präsenz. Beobachtung. Dokumentation.
Legal, ruhig und überprüfbar.
Südkurier über Grindi: Sichtungen unter zehn Metern, Vergrämung und offene Fragen
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