Grindi unter zehn Metern: Wo ist die Dokumentation?
Der Südkurier schreibt am 31. August 2026 über den Hornisgrinde-Wolf GW2672m: „Grindi kam mehrfach näher als zehn Meter heran.“ Gleichzeitig berichtet eine Mitarbeiterin der Besucherinformation des Nationalparks Schwarzwald, Besucher meldeten dort „regelmäßig“ Sichtungen.
Das sind konkrete Aussagen. Wir möchten deshalb wissen: Welche dokumentierten Begegnungen belegen die mehrfachen Annäherungen von GW2672m auf weniger als zehn Meter, wann fanden sie statt und wie werden Sichtungsmeldungen beim Nationalpark erfasst und überprüft?
„Grindi kam mehrfach näher als zehn Meter heran“
Die Formulierung im Südkurier ist eindeutig. Unmittelbar davor heißt es, Grindi habe sich „auch in der warmen Jahreszeit“ immer wieder Menschen genähert. Danach folgt die Aussage:
„Grindi kam mehrfach näher als zehn Meter heran.“
Der Artikel nennt an dieser Stelle jedoch keine einzelnen Begegnungen, keine Daten und keine Verweise auf eine öffentlich zugängliche Dokumentation, anhand derer sich diese Aussage überprüfen lässt.
Das Umweltministerium dokumentierte im März 2026 tatsächlich Annäherungen während der vorhergehenden Ranzzeit. Dort ist von Begegnungen „bis auf wenige Meter“ die Rede. Gleichzeitig ordnete das Ministerium diese ausdrücklich der Paarungszeit zu.
Das beantwortet aber nicht die Frage, auf welche Begegnungen sich die aktuelle Aussage des Südkuriers im Zusammenhang mit der warmen Jahreszeit bezieht.
Wie registriert der Nationalpark Sichtungen von Grindi?
Auch eine zweite Passage des Artikels ist interessant. Anette Burkholder von der Besucherinformation des Nationalparks wird gefragt, ob Besucher zu ihr kommen, die Grindi gesehen haben. Ihre Antwort lautet:
„Regelmäßig.“
Der Nationalpark selbst schrieb bereits am 7. August, sein Rangerteam habe in den vergangenen Wochen „immer wieder von Sichtungen gehört“. Gleichzeitig erklärt der Nationalpark, auf Meldungen angewiesen zu sein, um die Situation realistisch einschätzen und Vergrämungsversuche planen zu können. Sichtungen sollen an die FVA oder die Nationalparkverwaltung gemeldet werden.
Damit stellt sich eine einfache Dokumentationsfrage:
Wie werden diese Meldungen beim Nationalpark erfasst?
Werden Datum, Ort, Entfernung und Verhalten des Wolfs dokumentiert? Wird geprüft, ob es sich tatsächlich um GW2672m handelte? Und welche dieser Meldungen gelten anschließend als bestätigte Begegnungen?
Wir finden bislang keinen öffentlichen Beleg für aktuelle Begegnungen unter zehn Metern
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass solche Begegnungen nicht stattgefunden haben.
Wir können lediglich die öffentlich zugängliche Dokumentation prüfen.
Bereits bei unserer Untersuchung „GW2672m und der Nationalpark: die dokumentierte Lücke 2024–2025“ haben wir auf fehlende öffentlich nachvollziehbare Dokumentation des Nationalparks zu wesentlichen Teilen der Entwicklung hingewiesen. GW2672m und der Nationalpark: die dokumentierte Lücke 2024–2025
Auch für die aktuelle Aussage „Grindi kam mehrfach näher als zehn Meter heran“ konnten wir bislang keine öffentlich zugängliche Dokumentation finden, die erkennen lässt, wann diese Begegnungen stattfanden und ob damit aktuelle Begegnungen aus der warmen Jahreszeit 2026 gemeint sind.
Deshalb bitten wir um Hinweise auf entsprechende öffentliche Quellen, Dokumente oder Meldungen.
Sollten solche Belege vorliegen, verlinken und ergänzen wir sie selbstverständlich.
Quelle der aktuellen Aussage: Südkurier – Wolf im Schwarzwald: Nationalpark verstärkt Bemühungen zur Abschreckung