Grindi hatte ein Entnahmeteam – wer erschoss die zwei Wölfe in Niedersachsen?

Niedersachsen / Nordschwarzwald, 3. Oktober 2026 – Beim Hornisgrinde-Wolf GW2672m setzte Baden-Württemberg Anfang 2026 ein spezielles Entnahmeteam ein. In Niedersachsen sind nun erstmals zwei Wölfe im Rahmen von Schnellabschussverfahren getötet worden. Doch selbst die Landesjägerschaft Niedersachsen erklärte gegenüber dem NDR, von den Abschüssen nichts zu wissen.

Monatelang blieben Schnellabschüsse in Niedersachsen erfolglos. Jäger berichteten über praktische Schwierigkeiten, rechtliche Unsicherheit und persönliche Risiken. Nun sind zwei Wölfe tot – aber öffentlich ist nicht bekannt, wer sie erschossen hat. Der Fall Grindi zeigt, dass es neben der örtlichen Jägerschaft noch ein anderes Modell gibt: speziell beauftragte Entnahmeteams.

Erst kein Abschuss – dann zwei tote Wölfe

Über den Sommer zeigte sich ein klares Muster. Bis Ende August waren mindestens 15 Schnellabschussverfahren beendet worden, ohne dass ein Wolf erlegt wurde.

Noch im September wurde dieses Problem beim Verfahren in Farven sichtbar. Julia Seefried von der Stader Kreisjägerschaft erklärte gegenüber dem NDR, wie schwierig es sei, einen Wolf gezielt zu finden. Hinzu kämen die Bereitschaft des einzelnen Jägers, tatsächlich einen Wolf zu töten, die Sorge vor persönlichen Anfeindungen und die rechtliche Unsicherheit, versehentlich ein Elterntier zu erlegen.

Dann änderte sich die Situation.

Am 2. Oktober bestätigte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium die Tötung von zwei Wölfen.

Wo und wann genau die Tiere erschossen wurden, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Bemerkenswert ist vor allem: Die Landesjägerschaft Niedersachsen wusste nach eigenen Angaben nichts von den beiden Abschüssen.

Das bedeutet nicht, dass keine Jäger beteiligt waren. Die Landesjägerschaft ist nicht identisch mit den einzelnen Jagdausübungsberechtigten.

Aber es lässt eine Frage offen:

Wer hat die beiden Wölfe tatsächlich erschossen?

Grindi zeigt, dass es auch anders geht

Beim Hornisgrinde-Wolf GW2672m überließ Baden-Württemberg die geplante Tötung nicht einfach der örtlichen Jägerschaft.

Das Umweltministerium setzte ein spezielles Entnahmeteam ein. Die Identität seiner Mitglieder und operative Einzelheiten wurden geschützt. Grindi wurde nicht getötet; die Genehmigung lief am 10. März 2026 aus.

Damit existiert dieses Modell bereits: Ein Wolf kann durch einen kleinen Kreis speziell beauftragter Personen verfolgt und getötet werden.

Hat Niedersachsen bei den beiden erfolgreichen Abschüssen nun etwas Vergleichbares eingesetzt?

Dafür gibt es bislang keinen Beleg.

Vielleicht waren es örtliche Jagdausübungsberechtigte. Vielleicht speziell beauftragte Jäger. Vielleicht gab es eine andere Struktur.

Nach einem Sommer erfolgloser Schnellabschüsse und der Aussage der Landesjägerschaft ist die Frage jedoch legitim.

Niedersachsen muss keine Namen veröffentlichen. Aber die Frage, welche Struktur die beiden Wölfe tatsächlich getötet hat, lässt sich beantworten.

Donald Pennet · Grindi-Wolf · Nordschwarzwald · 3. Oktober 2026

Wer entscheidet – und wer führt die Entnahme durch?

Die aktuellen Wolfsabschüsse werfen zwei Fragen auf: Wie transparent ist eine Entnahme – und wer führt sie tatsächlich durch? Beim Hornisgrinde-Wolf GW2672m betrachten wir die Parallelen zu Niedersachsen. Im Fall der Greifensteiner Wölfe im Lahn-Dill-Kreis geht es konkret um die Frage, wer für eine angeordnete Entnahme verantwortlich ist.

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