Grindi-Wolf: Neue Bürgerinitiative und Mahnwache in Bühl

Für den Hornisgrinde-Wolf Grindi beginnt im September 2026 eine neue Phase der öffentlichen Mobilisierung. Eine neu gegründete Bürgerinitiative ruft zu einer Mahnwache in Bühl auf. Der Vergleich mit den Protesten während der Entnahmephase Anfang 2026 wirft Fragen nach Zeitpunkt, Ziel und Mobilisierung auf.

Hinweis zur Dokumentation

Da wir auf Grindi-Wolf die Entwicklungen rund um den Hornisgrinde-Wolf möglichst vollständig dokumentieren, gehört auch die Entstehung der neuen Bürgerinitiative zu dieser Chronologie.

Am 9. September 2026 habe ich die Bürgerinitiative kontaktiert und angeboten, eigene Informationen, Termine oder Stellungnahmen hier zu veröffentlichen. Bis zur Veröffentlichung dieses Beitrags habe ich keine Antwort erhalten.

Von der Entnahmephase zur neuen Mahnwache

Während der Entnahmephase Anfang 2026 fanden mehrere Mahnwachen für Grindi statt. Besonders groß war die Beteiligung in Bühl, am Parkplatz Sand und am Hundseck.

Dokumentiert wurden unter anderem:

  • Bühl, Anfang Februar: etwa 250 Teilnehmer
  • Parkplatz Sand, 21. Februar: gut 200 Teilnehmer
  • Hundseck, 1. März: knapp 200 Teilnehmer

Damals bestand ein konkreter Anlass: Grindi sollte entnommen werden. Entsprechend groß waren Aufmerksamkeit und Bereitschaft, kurzfristig aktiv zu werden.

Ein erheblicher Teil der Organisation lief über Facebook. Die dort entstandene Gruppe wuchs schnell, wurde aus meiner persönlichen Erfahrung aber zunehmend schwierig zu koordinieren.

Ich wurde schließlich aus der Gruppe entfernt, nachdem ich Hinweise zum Verhalten bei nächtlichen Beobachtungen veröffentlicht hatte. Dabei ging es um ruhiges Verhalten, sinnvolle Beobachtung und vor allem um einen Grundsatz:

Wir können nicht andere Tiere und ihre Lebensräume stören, um einen einzelnen Wolf zu schützen.

Gerade in Bereichen mit Auerhuhn-Vorkommen muss auch beim Wolfsschutz die Störung anderer Wildtiere berücksichtigt werden.

Die Vollmondphase als Beispiel

Während der Entnahmephase wurde auch über die Bedeutung der Vollmondphase diskutiert. Schließlich fand am Hundseck ein nächtlicher Rundgang mit ungefähr 18 Personen statt.

Das Beispiel zeigt unterschiedliche mögliche Ziele einer solchen Aktion:

  • Für Beobachtung und Präsenz im Gelände hätten mehrere kleine Gruppen eine größere Fläche abdecken können.
  • Für öffentliche Aufmerksamkeit wäre eine zentrale Aktion etwa in Bühl, Baden-Baden oder Karlsruhe denkbar gewesen.
  • Für den Naturschutz stellt sich die Frage, wie viel nächtliche Aktivität in sensiblen Gebieten vertretbar ist.

Auch Jäger und Naturbeobachter haben mir gegenüber später Bedenken wegen Störungen in empfindlichen Bereichen geäußert. Das sind persönliche Rückmeldungen, keine behördlich festgestellten Verstöße.

September 2026: Eine neue Bürgerinitiative entsteht

Nach dem Interview mit Landwirtschaftsministerin Marion Gentges und der erneuten Diskussion um Vergrämung und einen möglichen „Hard Release“ ist die Aufmerksamkeit rund um Grindi wieder gestiegen.

Am 5. September 2026 wurde die Facebook-Seite „Bürgerinitiative ‚Der Hornisgrinde Wolf soll leben‘“ gegründet.

Zum Zeitpunkt dieser Dokumentation zeigt sie:

  • 39 Follower
  • Facebook-Kategorie „Personal blog“
  • eine angekündigte Mahnwache in Bühl

Ausführliche öffentliche Ziele oder eine erkennbare Organisationsstruktur sind auf der sichtbaren Facebook-Seite bislang nicht dargestellt.

Ob und in welchem Umfang Personen aus früheren Facebook-Gruppen auch hinter der neuen Bürgerinitiative stehen, lässt sich anhand der öffentlich sichtbaren Informationen derzeit nicht eindeutig feststellen.

Mahnwache am 18. September auf dem Kirchplatz Bühl

Die Bürgerinitiative kündigt ihre Mahnwache für Freitag, 18. September 2026, um 18:00 Uhr auf dem Kirchplatz in Bühl an.

Der Zeitpunkt ist interessant. Anders als Anfang 2026 läuft derzeit keine Entnahmephase. Auch die angekündigte Vergrämung hat noch nicht begonnen.

Damit stellt sich weniger die Frage, ob eine Mahnwache legitim ist, sondern welche Funktion sie zu diesem Zeitpunkt erfüllen soll.

Mobilisierung ist nicht unbegrenzt verfügbar. Während der ersten Entnahmephase zeigte sich, wie schnell aus hoher Aufmerksamkeit auch Erschöpfung und unkoordinierte Aktivität entstehen können.

Was ist zwischen Februar/März und September mit der Mobilisierungskraft rund um Grindi passiert?

Die neue Initiative steht erst am Anfang. Die 39 Facebook-Follower sagen deshalb wenig darüber aus, wie viele Menschen tatsächlich zur Mahnwache kommen werden.

Interessanter wird sein, welche Ziele die Bürgerinitiative formuliert und ob sie ihre Unterstützer dauerhaft mobilisieren kann – insbesondere dann, wenn die Situation um Grindi tatsächlich wieder kritischer werden sollte.

Nach der ersten Entnahmephase gab es im Umfeld außerdem Diskussionen über eine mögliche spätere kommerzielle Nutzung des Namens Grindi. Auch die Grindi-Wolf-Webseite entstand vor diesem Hintergrund als unabhängige Dokumentationsplattform. Eine Verbindung dieser damaligen Diskussion zur heutigen Bürgerinitiative ist damit nicht belegt.

FAQ zur Mahnwache für den Hornisgrinde-Wolf

Wann und wo findet die Mahnwache statt?
Am 18. September 2026 um 18:00 Uhr auf dem Kirchplatz in Bühl.

Wer organisiert sie?
Die Facebook-Seite „Bürgerinitiative ‚Der Hornisgrinde Wolf soll leben‘“, gegründet am 5. September 2026.

Wie groß ist die Initiative?
Zum dokumentierten Zeitpunkt zeigte ihre Facebook-Seite 39 Follower. Die tatsächliche Zahl der Unterstützer lässt sich daraus nicht bestimmen.

Läuft derzeit eine Entnahme von Grindi?
Nein. Aktuell geht es um die geplante Vergrämung und die Diskussion über mögliche weitere Maßnahmen.

Was soll dieser Beitrag bewerten?
Nichts. Er dokumentiert die Entwicklung von den Mahnwachen während der Entnahmephase bis zur neuen Initiative im September. Ob Zeitpunkt und Strategie der neuen Mobilisierung funktionieren, wird sich erst zeigen.

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