Grindi und der „Hard Release“: Was bedeutet diese Form der Vergrämung?
Im Zusammenhang mit dem Hornisgrinde-Wolf GW2672m, genannt Grindi, wird immer wieder von einer möglichen Vergrämung gesprochen. Eine der dabei genannten Methoden heißt „Hard Release“.
Der Begriff klingt technisch. Was damit gemeint ist, dürfte vielen Menschen jedoch nicht bekannt sein.
Was ist ein Hard Release?

Für einen Hard Release muss der Wolf zunächst gefangen werden.
Anschließend wird das Tier narkotisiert und kann mit einem Senderhalsband ausgestattet werden. Anders als bei einer normalen Freilassung soll der Wolf danach jedoch nicht möglichst ruhig und stressarm wieder freigelassen werden.
Er wacht zunächst in einer Transport- beziehungsweise Aufwachbox auf.
Sobald der Wolf wieder vollständig wach ist und die Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung bewusst wahrnimmt, wird er gezielt einer stark negativen Situation ausgesetzt.
Dazu können laute menschliche Stimmen, Rufen, Hupen und Klopfen gegen die Box gehören. Je nach Verfahren können auch körperlich wahrnehmbare beziehungsweise dosierte Schmerzreize eingesetzt werden.
Anschließend wird die Box geöffnet und der Wolf kann fliehen.
Warum macht man das?
Das Prinzip heißt negative Konditionierung.
Der Wolf soll die Nähe von Menschen mit einer unangenehmen Erfahrung verbinden. Ziel ist, dass er Menschen anschließend stärker meidet und bei zukünftigen Begegnungen größere Distanz hält.
Der Stress ist dabei nicht lediglich eine unbeabsichtigte Begleiterscheinung. Die starke negative Erfahrung ist Bestandteil der Methode.
Was hat das mit Grindi zu tun?
Genau diese Methode wurde auch im Zusammenhang mit GW2672m diskutiert.
Nach Angaben des FVA-Wolfsexperten Micha Herdtfelder gab es bereits mehrere Versuche, Grindi zu fangen, um anschließend einen solchen Hard Release durchführen zu können.
Diese Versuche scheiterten bislang daran, dass der Wolf nicht erfolgreich gefangen werden konnte.
Damit ist ein wichtiger Punkt in der aktuellen Diskussion verständlicher:
Ein Hard Release bei Grindi würde zunächst voraussetzen, dass er gefangen und narkotisiert wird. Erst danach könnte die eigentliche negative Konditionierung in und an der Transportbox stattfinden.
Keine Bewertung – sondern eine Erklärung
Ob man diese Methode befürwortet oder ablehnt, ist eine andere Frage.
Hier geht es zunächst darum, verständlich zu machen, was mit dem Begriff „Hard Release“ gemeint ist, wenn er im Zusammenhang mit Grindi und seiner Vergrämung verwendet wird.
Denn erst wenn klar ist,Grindi-Wolf am Bettelmannskopf: Die Beobachtungspunkte im Nordschwarzwald was eine Maßnahme konkret bedeutet, lässt sich auch sachlich darüber diskutieren.
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