Hornisgrinde-Wolf Grindi: Wir müssen den ganzen Raum betrachten
Das Interview von Marion Gentges in den BNN hat für uns eines deutlich gemacht: Wir müssen aktiver werden.
Nicht durch Konfrontation oder Eingriffe, sondern durch Präsenz, Beobachtung und Transparenz.
Die Zukunft des Hornisgrinde-Wolfs Grindi darf nicht allein Behörden, Nationalpark und Jägerschaft überlassen werden.
Der Nationalpark endet an einer Grenze. Der Lebensraum nicht.
Für Grindi-Wolf sind deshalb drei Räume gleichermaßen relevant:
der Nationalpark, seine unmittelbaren Grenzbereiche und die angrenzenden Waldgebiete.
Diese Landschaft wird von vielen genutzt: Wanderern, Bikern, Forst, Nationalpark, Wildtieren und Jägern.
Gerade an den Grenzen des Nationalparks fällt auf, wie stark sich diese Nutzungen überschneiden.
Nach meinen Beobachtungen ist dort teilweise auch eine erhebliche jagdliche Infrastruktur vorhanden. Der Sackweg zwischen Hundseck und Untersmatt ist dafür ein besonders anschauliches Beispiel.
Warum die Korridore wichtig sind

Während der letzten Entnahmephase und in den Monaten danach habe ich versucht, möglichst viele dieser Bereiche selbst kennenzulernen.
Dabei wurde für mich zunehmend deutlich: Man kann Grindi nicht verstehen, wenn man ausschließlich auf die Fläche des Nationalparks schaut.
Zwischen den einzelnen Waldgebieten liegen Übergänge und Korridore. Wild bewegt sich durch sie. Menschen benutzen dort Wege. Gleichzeitig befinden sich dort Hochsitze und andere jagdliche Einrichtungen.
Genau diese Überschneidungen wollen wir sichtbar machen.
Deshalb entsteht die Grindi-Wolf-Raummatrix
Wir dokumentieren nach und nach einzelne Bereiche rund um Hornisgrinde und Nationalpark Schwarzwald:
Wildbewegung. Wege. Nationalparkgrenzen. Jagdinfrastruktur. Menschliche Nutzung.
Wir unterscheiden dabei zwischen eigener Beobachtung, öffentlich dokumentierten Informationen und daraus abgeleiteten Zusammenhängen.
Niemand muss dafür Grindi suchen.
Wir bleiben auf regulären Wegen. Wir verfolgen oder stören keine Wildtiere. Hochsitze und Kameras werden nicht berührt. Jagden werden nicht behindert. Sperrungen werden respektiert.

Eine zweite Entnahme muss nicht passieren
Unser Ziel ist, dass es gar nicht erst dazu kommt.
Sollte dennoch erneut eine Entnahme von Grindi angeordnet werden, wollen wir nicht erst dann beginnen, den Raum zu verstehen.
Die Wege, Grenzbereiche, Korridore und unterschiedlichen Nutzungen sollen bereits vorher nachvollziehbar dokumentiert sein.
Wir suchen Grindi nicht. Wir greifen nicht ein. Wir machen den Raum sichtbar, in dem über seine Zukunft entschieden wird.
Denn dieser Wald wird von vielen genutzt.
Und wir dürfen dort ebenfalls sichtbar sein.
Sackweg Hundseck–Untersmatt: Wild, Wege und Jagd
Grindi: Wildkorridore rund um die Hornisgrinde
Nationalparkgrenzen: Wo sich Wild, Menschen und Jagd treffen