Grindi und die Vergrämung: Warum jetzt Ruhe wichtig ist
Die aktuellen Schlagzeilen über den Hornisgrinde-Wolf Grindi sorgen verständlicherweise für Unruhe. Doch eine Vergrämung ist zunächst keine Entnahme. Jetzt ist nicht Aktionismus gefragt, sondern Geduld: Maßnahmen nicht stören, Grindi nicht suchen und abwarten, was tatsächlich passiert.
Die Vergrämung ist eine Chance
In den kommenden Wochen soll versucht werden, Grindi stärker auf Distanz zu Menschen zu halten. Das Ziel ist nicht, ihn aus seinem Revier zu vertreiben, sondern unerwünschte Nähe zum Menschen mit negativen Erfahrungen zu verbinden.
Wenn das funktioniert, ist das gut für Grindi.
Deshalb sollte die Vergrämung nicht bekämpft oder gestört werden. Die zuständigen Fachleute sollten die Möglichkeit bekommen, die Maßnahme vorzubereiten und unter kontrollierten Bedingungen durchzuführen.
Nicht jede Schlagzeile bedeutet eine neue Eskalation
In der Berichterstattung ist bereits von einer „letzten Chance“ für Grindi die Rede. Solche Formulierungen erzeugen verständlicherweise Sorge.
Trotzdem sollten wir zwischen politischen Aussagen, medialer Interpretation und dem tatsächlichen Geschehen vor Ort unterscheiden.
Im Moment wissen wir noch nicht, wie die Vergrämung konkret durchgeführt wird, wann sie tatsächlich beginnt und welches Ergebnis sie haben wird.
Deshalb sollten wir auch nicht so handeln, als wäre Grindi bereits unmittelbar von einer Entnahme bedroht.
Normal weiterwandern – Grindi nicht suchen
Es gibt keinen Grund, den Nordschwarzwald oder die Hornisgrinde zu meiden.
Wer auf den freigegebenen Wegen ganz normal wandert, macht nichts falsch.
Problematisch wird es, wenn Menschen gezielt nach Grindi suchen, ihm folgen oder versuchen, möglichst nahe an ihn heranzukommen. Gerade jetzt wäre zusätzlicher Wolfstourismus das Gegenteil dessen, was Grindi braucht.
Auch mögliche Sperrungen im Zusammenhang mit den Maßnahmen sollten unbedingt respektiert werden.
Die Ranzzeit wird wichtiger
Besonders aufmerksam sollten wir in den kommenden Monaten auf Begegnungen mit Hunden achten. Mit der nächsten Ranzzeit können solche Situationen wieder eine größere Rolle spielen.
Auch hier gilt: Begegnungen nicht provozieren und einen Wolf niemals gezielt mit einem Hund aufsuchen.
Im Moment können wir vor allem eines tun: abwarten
Viele Menschen möchten Grindi schützen. Gerade deshalb müssen wir nicht auf jede neue Schlagzeile mit einer eigenen Aktion reagieren.
Normal weiterwandern. Grindi nicht suchen. Die Vergrämung nicht stören. Sperrungen respektieren. Mit Hunden verantwortungsvoll umgehen.
Und dann beobachten, was tatsächlich geschieht.
Manchmal bedeutet Schutz auch, einem Wildtier und den Menschen, die für sein Management verantwortlich sind, einfach den notwendigen Raum zu lassen.