Grindi Wolf Schwarzwald – GW2672m einfach erklärt

Hornisgrinde-Wolf Grindi: 18 Kilometer zwischen Hundseck, Sackweg und Alter Tanne – was im Lebensraum sichtbar wird und was nicht

22.08.2026 | ca. 06:25–11:00 Uhr | rund 18 Kilometer | Raum Hundseck – Sackweg – Alte Tanne | vollständig außerhalb des Nationalparks Schwarzwald

Rund viereinhalb Stunden und 18 Kilometer im weiteren Lebensraum des Hornisgrinde-Wolfs Grindi: Wir waren nicht unterwegs, um den Wolf zu suchen, sondern um den Raum besser zu verstehen – Wildwechsel, Hochsitze, einen möglichen Luderplatz und die Struktur des Waldes. Während der gesamten Strecke begegneten wir keinem Menschen und keinem Hund. Auch Grindi sahen wir nicht. Gerade diese Beobachtung zeigt, wie vorsichtig einzelne Sichtungen – und ebenso das Ausbleiben von Sichtungen – bewertet werden müssen.

Was sieht man im Lebensraum von Grindi – und was bleibt unsichtbar?

Am 22. August 2026 waren wir ab der Morgendämmerung, von etwa 06:25 Uhr bis 11:00 Uhr, rund 18 Kilometer unterwegs. Ausgangspunkt war der Bereich Hundseck; die Tour führte durch den weiteren Raum im Umfeld von Sackweg und Alter Tanne.

Eine wichtige Abgrenzung: Wir waren zu keinem Zeitpunkt im Nationalpark Schwarzwald.

Wir suchten auch nicht nach Grindi. Nachdem aus dem Nationalpark die Bitte geäußert worden war, dass insbesondere Wolfsfreunde das Gebiet meiden sollten, haben wir uns bewusst außerhalb seiner Grenzen bewegt.

Uns interessierte der Raum selbst.

Wildwechsel, Hochsitze und ein neuer Begriff

Wir schauten uns Wildwechsel und Hochsitze an und versuchten zu verstehen, wie dieser Landschaftsraum strukturiert ist.

Dabei lernte ich einen für mich neuen jagdlichen Begriff kennen: Luderplatz. Gemeint ist ein Platz, an dem tierisches Material beziehungsweise Aas als Köder für Raubwild ausgelegt wird.

Wir sahen eine Stelle, die möglicherweise ein solcher Luderplatz sein könnte. Ob sie tatsächlich als Luderplatz genutzt wird und welchem Zweck sie gegebenenfalls dient, wissen wir nicht.

Ein möglicher Luderplatz ist noch kein nachgewiesener Luderplatz.

Überraschend dichte Vegetation

Besonders auffällig war für mich der Zustand der Vegetation.

Nach der Trockenheit hatte ich mit einem anderen Bild gerechnet. Tatsächlich war die Vegetation vielerorts üppig und ausgesprochen dicht.

Das hat eine unmittelbare Konsequenz: Wild ist unter diesen Bedingungen sehr schwer zu sehen. Ein Tier kann sich in geringer Entfernung befinden und trotzdem vollständig der Wahrnehmung entgehen.

Das gilt auch für einen Wolf.

Keine Sichtung bedeutet nicht, dass ein Tier nicht da war.

18 Kilometer ohne einen Menschen oder Hund

Bemerkenswert war die Ruhe.

Während der gesamten rund 18 Kilometer zwischen etwa 06:25 und 11:00 Uhr begegneten wir keinem Menschen und keinem Hund. Grindi sahen wir ebenfalls nicht.

Das ist eine Momentaufnahme dieses Vormittags. Sie erlaubt keine Aussage darüber, ob und wo sich Grindi zu diesem Zeitpunkt im weiteren Gebiet aufhielt.

In der öffentlichen Diskussion werden Begegnungen mit dem Hornisgrinde-Wolf verständlicherweise dokumentiert und diskutiert. Weniger sichtbar sind dagegen die Stunden und Kilometer, in denen Menschen denselben Landschaftsraum nutzen, ohne einem Wolf zu begegnen.

Beides gehört zur Beschreibung dieses Raumes.

Ein Fuchs und Losung

Wir sahen einen Fuchs und fanden Losung.

Auch daraus lässt sich keine Aussage über die Anwesenheit oder Abwesenheit von Grindi ableiten. Interessant ist für mich lediglich die Frage, wie unterschiedliche Wildtiere denselben Raum nutzen, wenn ein Wolf diesen zeitweise ebenfalls nutzt.

Eine einzelne Tour kann darauf keine Antwort geben.

Beobachtung, Interpretation und Hypothese

Genau darin lag für mich der Wert dieses Morgens.

Beobachtung: 22.08.2026, ca. 06:25–11:00 Uhr, rund 18 Kilometer im Raum Hundseck, Sackweg und Alte Tanne, vollständig außerhalb des Nationalparks. Dichte Vegetation, Wildwechsel, Hochsitze, ein möglicher Luderplatz, ein Fuchs und Losung. Keine Begegnung mit Menschen oder Hunden. Keine Sichtung von Grindi.

Interpretation: Die dichte Vegetation macht die Beobachtung von Wild schwierig.

Hypothese: Wie Grindi und andere Wildtiere diesen Raum tatsächlich nutzen, müsste über längere Zeit beobachtet werden.

Im Fall des Hornisgrinde-Wolfs ist diese Trennung entscheidend. Eine Sichtung ist eine Beobachtung. Eine Nicht-Sichtung ebenfalls.

Was daraus über die Anwesenheit oder das Verhalten eines Wolfs folgt, ist eine andere Frage.

Grindi: 18 Kilometer durch seinen weiteren Lebensraum

Hundseck, Sackweg und Alte Tanne: Beobachtungen im Wolfsgebiet

Hornisgrinde-Wolf: Was man sieht – und was nicht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Bei der Übermittlung Ihrer Nachricht ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

Sicherheitsüberprüfung

Ungültiger Captcha-Code. Versuchen Sie es erneut.

©Urheberrecht. Alle Rechte vorbehalten.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.