Grindi Wolf Schwarzwald – GW2672m einfach erklärt
13. Juni 2026

Hinweise für Naturbeobachter während der Entnahmephase von GW1896m („Milan“)

Die Erfahrungen aus der Entnahmephase des Hornisgrinde-Wolfs haben gezeigt: Wer die Landschaft versteht, versteht auch die Bewegungen der Wildtiere. Besonders wichtig sind Wildwechsel, Wildkorridore und Wasserstellen.

Bitte respektieren Sie Natur und Eigentum:

  • Bleiben Sie auf den Wegen.
  • Bewegen Sie sich ruhig und sprechen Sie normal.
  • Geben Sie Wildtieren die Möglichkeit, sich zurückzuziehen.
  • Beschädigen Sie weder Natur noch fremdes Eigentum.
  • Begegnen Sie Jägern, Förstern und anderen Besuchern höflich und respektvoll.

Die Anwesenheit von Menschen kann das Verhalten von Wildtieren beeinflussen. Bereits regelmäßige Spaziergänge führen oft dazu, dass Tiere bestimmte Bereiche meiden.

Hunde sollten stets angeleint bleiben.

Bei einer Begegnung mit einem Wolf:

  • Ruhig bleiben.
  • Stehen bleiben und sich bemerkbar machen.
  • Dem Tier Raum geben, sich zu entfernen.
  • Nicht füttern, anlocken oder verfolgen.
  • Keine Risiken für Mensch oder Tier eingehen.

Naturbeobachtung funktioniert am besten mit Geduld, Respekt und Rücksichtnahme.

Eine landschaftsökologische Betrachtung der wichtigsten Wildtierkorridore des südlichen Sauerlands

Einleitung

Der Raum zwischen Olpe, Wenden, Drolshagen, Kirchhundem und Hilchenbach gehört zu den waldreichsten Regionen Nordrhein-Westfalens. Aus der Perspektive von Wildtieren spielt dabei nicht die administrative Gliederung in Gemeinden, Kreise oder Jagdreviere die entscheidende Rolle, sondern die Frage, wie gut einzelne Waldgebiete miteinander verbunden sind.

Während Menschen in Ortsgrenzen denken, orientieren sich Wildtiere an Deckung, Nahrung, Wasserverfügbarkeit, Störungsarmut und energetisch günstigen Bewegungsachsen. Dadurch entsteht eine zweite, unsichtbare Landschaft: ein Netzwerk aus Waldverbünden, Talräumen und Übergangszonen.

Diese Analyse untersucht die wichtigsten Konnektivitätsräume zwischen Olpe, Wenden und Kirchhundem.

1. Kohlhagen – Das ökologische Zentrum

Konnektivitätswert: 10/10

Der Bereich um Kohlhagen stellt den vermutlich bedeutendsten Waldverbund der Region dar.

Kennzeichnend sind:

  • großflächige zusammenhängende Waldareale
  • geringe Siedlungsdichte
  • zahlreiche Nebentäler
  • direkte Verbindungen nach Kirchhundem und Welschen Ennest

Aus landschaftsökologischer Sicht besitzt Kohlhagen die höchste strukturelle Stabilität aller untersuchten Bereiche.

Erwartbare Artenvielfalt

  • Rotwild
  • Rehwild
  • Schwarzwild
  • Fuchs
  • Dachs
  • Marderarten
  • Waldkauz
  • Schwarzspecht
  • Kolkrabe

2. Welschen Ennest – Der zentrale Verbindungsknoten

Konnektivitätswert: 10/10

Welschen Ennest liegt an einer Schlüsselstelle des regionalen Waldnetzes.

Hier treffen mehrere Waldkorridore aufeinander:

  • Richtung Kohlhagen
  • Richtung Rhode
  • Richtung Einsiedelei
  • Richtung Kirchhundem

Dadurch entsteht ein bedeutender Übergangsraum zwischen verschiedenen Waldkomplexen.

Landschaftliche Besonderheiten

  • hoher Waldanteil
  • zahlreiche Waldränder
  • mosaikartige Offenflächen
  • gute Vernetzung der Lebensräume

3. Kirchhundem – Der Großwaldkomplex

Konnektivitätswert: 10/10

Die Waldgebiete westlich und südwestlich von Kirchhundem bilden einen der größten zusammenhängenden Lebensräume der Region.

Besonders auffällig ist:

  • geringe Fragmentierung
  • große Ruhezonen
  • hohe Habitatkontinuität

Aus ökologischer Sicht fungiert dieser Bereich als Kernraum des gesamten Untersuchungsgebiets.

4. Einsiedelei – Der Übergangsraum

Konnektivitätswert: 9/10

Einsiedelei verbindet mehrere Waldblöcke miteinander.

Solche Übergangszonen besitzen häufig eine überdurchschnittliche Bedeutung für die Biodiversität, da Arten verschiedener Lebensräume zusammentreffen.

Typisch sind:

  • strukturreiche Waldränder
  • Hecken
  • kleinere Wiesenflächen
  • vielfältige Mikrohabitate

5. Benolpe und Silberg

Konnektivitätswert: 9/10

Die Bereiche Benolpe und Silberg bilden gemeinsam eine östliche Erweiterung des großen Waldsystems.

Besonders interessant ist die Verbindung zu:

  • Kirchhundem
  • Kohlhagen
  • Einsiedelei

Dadurch entstehen großräumige ökologische Netzwerke mit hoher Durchlässigkeit.

6. Rehringhausen

Konnektivitätswert: 9/10

Rehringhausen liegt an mehreren natürlichen Talverbindungen.

Talräume übernehmen häufig die Funktion biologischer Leitstrukturen.

Charakteristisch sind:

  • Bachläufe
  • lineare Waldstrukturen
  • Übergänge zwischen Offenland und Wald

Diese Kombination erzeugt eine hohe ökologische Dynamik.

7. Neuenwald

Konnektivitätswert: 9/10

Neuenwald fungiert als Brückenelement zwischen mehreren Waldgebieten.

Die Bedeutung ergibt sich weniger aus der Fläche selbst als aus ihrer Lage innerhalb des Gesamtnetzwerks.

Solche Brückenräume erhöhen die Stabilität regionaler Ökosysteme erheblich.

8. Rhode und Sondern

Konnektivitätswert: 8/10

Der Bereich um Rhode und Sondern wird durch den Biggesee geprägt.

Gewässer beeinflussen Bewegungsmuster vieler Arten.

Besonders interessant sind:

  • Bachmündungen
  • Uferwälder
  • Feuchtbereiche
  • Wald-Wasser-Übergänge

Die Kombination aus Wasser und Wald führt häufig zu einer erhöhten Artenvielfalt.

9. Schönau und Scheiderwald

Konnektivitätswert: 8/10

Die Waldflächen um Schönau und Scheiderwald besitzen weiterhin eine hohe ökologische Qualität, sind jedoch stärker von Siedlungsstrukturen beeinflusst.

Trotzdem bilden sie wichtige Verbindungen zwischen den nördlichen und südlichen Waldsystemen.

10. Wenden

Konnektivitätswert: 6/10

Der Raum Wenden weist eine stärkere Fragmentierung auf.

Einflussfaktoren:

  • Verkehrsinfrastruktur
  • Gewerbegebiete
  • Landwirtschaftliche Nutzung

Die ökologische Durchlässigkeit bleibt vorhanden, liegt jedoch unter jener der großen Waldgebiete.

11. Drolshagen

Konnektivitätswert: 7/10

Drolshagen liegt zwischen mehreren Waldkomplexen und profitiert von seiner Nähe zu den westlichen Waldgebieten.

Die Konnektivität ist gut, erreicht jedoch nicht die Werte der östlichen Großwaldsysteme.

Fazit

Die Analyse zeigt eine deutliche Schwerpunktbildung im östlichen Teil des Untersuchungsgebiets.

Das eigentliche ökologische Zentrum liegt nicht im Bereich Wenden oder Olpe, sondern entlang der Achse:

Kohlhagen – Welschen Ennest – Einsiedelei – Benolpe – Silberg – Kirchhundem

Diese Waldlandschaft bildet das Rückgrat der regionalen Biodiversität.

Während Gemeinden, Straßen und Verwaltungsgrenzen die menschliche Wahrnehmung prägen, folgt die ökologische Realität anderen Gesetzmäßigkeiten. Aus Sicht der Landschaftsökologie besteht die Region aus einem zusammenhängenden Netzwerk von Waldkernen, Korridoren und Übergangsräumen, deren Bedeutung weit über einzelne Orte hinausreicht.

Wildwechsel, Wasser und Wald: Wie Landschaft die Bewegungen von Wildtieren prägt

Die Logik der Wildkorridore: Warum Tiere andere Wege wählen als Menschen

Natur lesen statt suchen: Ein Blick auf Wildbewegungen im Raum Olpe und Sauerland

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