25. März 2026
Fangversuche beim Wolf Grindi (GW2672m) im Schwarzwald – was wirklich passiert ist
Wolf Grindi im Schwarzwald – alle Fangversuche einfach erklärt (Stand 25.03.2026)
Einleitung
Im Nordschwarzwald, besonders im Bereich Hornisgrinde, Herrenwies und Bühlertal, wurde der Wolf GW2672m – oft „Grindi“ genannt – über einen langen Zeitraum beobachtet.
Ziel der Behörden war es, den Wolf lebend zu fangen, um eine Tötung zu vermeiden.
Dafür wurden verschiedene Methoden eingesetzt.
Die folgenden Abschnitte zeigen chronologisch und verständlich, was genau versucht wurde – und warum es nicht funktioniert hat.
1. Erste Phase: Beobachtung mit Kameras (Februar 2024)
- Am 20.02.2024 wurden erste Fotofallen installiert
- Ziel: den Wolf sichtbar machen und sein Verhalten verstehen
Kurz danach:
- Wolf wird morgens auf Kamera erfasst
- Mehrere Personen versuchen, ihn im Gebiet zu finden
Ergebnis:
→ keine direkte Begegnung
Einordnung:
Der Wolf war zwar nachweisbar im Gebiet rund um die Hornisgrinde, aber nicht einfach auffindbar.
2. Fangversuche mit Fußfallen (Juli 2024 – Januar 2025)
Im Sommer 2024 begann eine intensivere Phase:
- Einsatz von 28 Fallen gleichzeitig im Gebiet
(Herrenwies, Sand, Badener Höhe)
Wichtiger Moment:
- 16.07.2024:
Der Wolf tritt in eine Falle
→ kann sich aber befreien
Danach:
- Weitere Fangversuche mit veränderten Standorten und Lockstoffen
- Insgesamt mehrere Dutzend Fallenplätze
Ergebnis:
→ kein weiterer Fang
Einfach erklärt:
Wölfe lernen sehr schnell.
Nach diesem einen Kontakt hat der Wolf offenbar begonnen, solche Situationen zu vermeiden.
3. Direkte Begegnungen und Vergrämung (Januar 2025)
Ein besonders aufschlussreicher Moment:
- Wolf wird auf einem offenen Bereich gesehen (Schneefläche)
- Menschen nähern sich aktiv
- rufen, laufen auf ihn zu
Beobachtung:
- Der Wolf bleibt ruhig
- zieht sich langsam zurück
- bleibt aber sichtbar
Wichtig:
- Distanz bleibt zu groß für Eingriff
Einordnung:
→ kein aggressives Verhalten
→ aber auch keine Nähe
4. Versuche mit Betäubungsgewehr (Februar – März 2025)
Mehrere Einsätze im Raum Bühlertal / Hornisgrinde:
- Team ist innerhalb von 15 Minuten vor Ort
- versucht, Nähe zum Wolf herzustellen
Problem:
- Wolf bleibt immer auf Distanz
- ca. 70–100 Meter
Technischer Hintergrund:
- Ein Betäubungsgewehr funktioniert nur bei
→ unter 20–25 Metern
Ergebnis:
→ kein Schuss möglich
5. Weitere Versuche (Ende 2025 – Januar 2026)
- erneute Sichtungen
- Versuche zur Vergrämung
- Positionierung an bekannten Wegen
Zusätzlich:
- mehrere Abende gezielte Einsätze (17–24 Uhr)
Ergebnis:
→ der Wolf erscheint nicht an diesen Orten
6. Gesamtaufwand
- etwa 20 Wochen Einsatzzeit
- mehrere Personen gleichzeitig im Gelände
Gebiet:
- Hornisgrinde
- Herrenwies
- Forbach
- Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord
7. Zusammenfassung – einfach erklärt
Was ist passiert?
- Der Wolf war regelmäßig im Gebiet
- Er konnte beobachtet werden
- Aber:
- er hielt Abstand
- er reagierte ruhig
- er vermied wiederholte Fangmethoden
Drei einfache Gründe:
- Zu große Distanz
→ für Betäubung ungeeignet - Lernverhalten
→ nach erster Falle vorsichtig - Timing
→ Wolf und Einsatzteams oft nicht gleichzeitig am selben Ort
8. Lokaler Kontext Schwarzwald
Im Gebiet rund um die Hornisgrinde, Herrenwies und das Bühlertal zeigt sich ein typisches Verhalten von Wölfen im Schwarzwald:
- Nutzung von Wald und offenen Flächen
- Bewegung entlang von Höhenzügen und Übergängen
- Sichtbarkeit ohne direkte Nähe
Das passt zur Landschaft im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, die viele Rückzugsräume bietet.
Fazit
Die Fangversuche beim Wolf Grindi zeigen vor allem eines:
→ Der Wolf war nicht leicht zugänglich, sondern
→ bewegte sich kontrolliert und mit Abstand durch das Gebiet.
Die Versuche liefern viele Daten –
aber keinen erfolgreichen Fang.
Warum über Wolfsrisse sofort gesprochen wird – und über Vernachlässigung oft erst später