5. April 2026

Dokumentation: Vorgehen, Erfahrungen und Einordnung im Fall Grindi

05.04.2026

Während der Entnahmephase zeigte sich ein strukturelles Problem: fehlende Organisation, mangelnde Geländekenntnis und Intransparenz führten zu Ineffizienz und unnötiger Unruhe. Mein Ansatz setzt bewusst auf strukturierte Beobachtung und verständliche Einordnung.

Ausgangssituation und Gruppenstruktur

Zu Beginn war ich in einer Facebook-Gruppe sowie in einer WhatsApp-Gruppe aktiv, die sich mit dem Fall GW2672M („Grindi“) beschäftigten.

Mein Eindruck war früh, dass es an klarer Struktur und Organisation fehlte. Entscheidungsprozesse waren unklar, Koordination kaum vorhanden. Versuche, systematischer zu arbeiten oder Informationen einzubringen, wurden nicht aufgegriffen.

Ich wurde später aus der Facebook-Gruppe entfernt. Die WhatsApp-Gruppe habe ich eigenständig verlassen, da kein konstruktiver Austausch möglich war und einzelne Vorgehensweisen – etwa das Verfolgen von Fahrzeugen oder Notieren von Kennzeichen – aus meiner Sicht problematisch waren.

Eigene Feldarbeit und Beobachtungen

Während der Entnahmephase habe ich etwa 190 km im Gebiet zurückgelegt, überwiegend allein und häufig in der morgendlichen Dämmerung.

Dabei kam es zu mehreren direkten Begegnungen mit Jägern. Parallel habe ich – auch nach meinem Ausschluss aus der Gruppe – weiterhin Beobachtungen und Einschätzungen geteilt.

Diese Informationen wurden jedoch nicht aufgenommen oder genutzt.

Ein Beispiel für strukturelle Ineffizienz war eine größere Gruppenaktion bei Vollmond: Statt die vorhandenen Personen gezielt zu verteilen, bewegte sich eine größere Gruppe gemeinsam durch das Gebiet, begleitet von einem Journalisten. Aus operativer Sicht hätte eine Aufteilung deutlich mehr Erkenntnisgewinn ermöglicht.

Dynamik nach der Entnahmephase

Nach Abschluss der Entnahmephase zeigte sich eine zunehmende Unordnung innerhalb der Gruppenstrukturen. Ohne klare Führung entstehen in solchen Konstellationen erfahrungsgemäß Spannungen und Konflikte.

Es kam zu persönlichen Angriffen und unangemessenem Verhalten innerhalb der Gruppe. Diese Dynamik bestätigt aus meiner Sicht die strukturellen Defizite, die bereits zuvor sichtbar waren.

Aktuelle Situation im Gelände

Die Aktivitäten im Gebiet dauern weiterhin an. Es werden neue Kameras positioniert, Routen angepasst, und es befinden sich weiterhin Personen – teilweise mit Spurhunden – im Gelände.

Die winterlichen Bedingungen, insbesondere Schnee, ermöglichen dabei eine klare Nachverfolgung von Bewegungsmustern – sowohl von Tieren als auch von Menschen.

Zentrale Problematik: Informationsdefizit

Ein wesentliches Problem während der Entnahmephase war das Fehlen zugänglicher, strukturierter Informationen.

Für ortsfremde Personen war es nahezu unmöglich, das Gelände sinnvoll einzuordnen:

  • Wo verlaufen relevante Übergänge?
  • Welche Wege sind sinnvoll begehbar?
  • Wo entstehen Störungen?

Auch ich benötigte Zeit, um diese Strukturen – insbesondere Wildwechsel und Bewegungsachsen – zu erkennen.

Ansatz von grindi-wolf.de

Mein Ziel ist es, genau diese Lücke zu schließen:

  • Darstellung der offiziell zugänglichen Wanderwege
  • Erklärung von Geländestrukturen und Bewegungslogik
  • Einordnung von Wildwechseln und Knotenpunkten (z. B. Wasserstellen)
  • Vermittlung, wie man sich im Gebiet bewegt, ohne unnötige Störung zu erzeugen

Die zugrunde liegenden Informationen sind nicht exklusiv – sie sind für Fachakteure wie Jäger oder Behörden bereits bekannt und teilweise öffentlich zugänglich.

Die Wahrscheinlichkeit, einen Wolf tatsächlich zu sehen, bleibt äußerst gering.

Einordnung der öffentlichen Diskussion

Ein Teil der Diskussion findet in sozialen Medien statt, häufig ohne direkte Gelände-Erfahrung. Beiträge entstehen dort oft ohne praktische Einordnung.

Gleichzeitig melden sich viele Personen, die helfen möchten, aber keine Orientierung erhalten. Der bisher dominierende Ansatz ist geprägt von Zurückhaltung und Intransparenz.

Beispielhafte Interaktion

Ausgangspunkt war folgender Beitrag:

Zwei Wolfsbegegnungen heute.

Keine Orte.

Erste Sichtung: ca. 50 m neben einer Kamera.
Dann ~3 km gefolgt.
Zweite Begegnung später.

Bewegung klar strukturiert, nicht zufällig.
Kameras stehen sehr gezielt.

Grindi — you will never walk alone.

Darauf folgte die Rückmeldung:

Guten Morgen Donald,

ich weiß, dass du es gut meinst und wahrscheinlich aus Verbundenheit zu GW2672M schreibst. Genau deshalb trifft mich dein Beitrag auch ein Stück weit.

Solche öffentlichen Hinweise – auch ohne genaue Ortsangaben – können leider schnell die falschen Menschen auf den Plan rufen. Und am Ende ist es nicht nur ein Post, sondern kann im schlimmsten Fall das Leben genau dieses einen Wolfes kosten.

Gerade wenn man für ihn ist, sollten wir alles tun, um ihn zu schützen – und dazu gehört leider auch, solche Beobachtungen nicht öffentlich zu teilen.

Meine Antwort darauf:

Danke für deine Nachricht.

Ich verstehe deine Sorge und nehme sie ernst. Gleichzeitig möchte ich meine Perspektive klar einordnen:

In der Entnahmephase habe ich mehrfach Beobachtungen und Einschätzungen geteilt, die aus meiner Sicht nicht aufgegriffen wurden. Ich war selbst mehrmals im Gelände und bin dabei auch auf die Jäger gestoßen.

Mein Eindruck ist, dass ein rein auf Zurückhaltung basierender Ansatz nicht ausreicht. Vor Ort verändert sich die Situation laufend – neue Kameras, neue Routen, Menschen mit Spurhunden im Gebiet.

Ich sehe deshalb Transparenz auf struktureller Ebene als wichtig an, um Bewegung und Verhalten besser einordnen zu können.

Wenn du den Fokus stärker auf Zurückhaltung legst, respektiere ich das. Ich werde meinen Ansatz entsprechend weiterführen.

Position

Mein Ansatz basiert auf Transparenz auf struktureller Ebene – nicht auf der Veröffentlichung konkreter Positionsdaten.

Ziel ist es, Verständnis zu schaffen, Bewegung zu lenken und unnötige Störung zu reduzieren.

Gleichzeitig bleibt festzuhalten:
Im Gebiet sind weiterhin professionelle Akteure aktiv, mit umfassender Ortskenntnis und technischen Mitteln.

Vor diesem Hintergrund sehe ich strukturierte Information nicht als Risiko, sondern als Voraussetzung für verantwortungsvolles Verhalten.

Donald Pennet 05.04.2026

Klaus Mack, Wolfspolitik und Grindi im Nordschwarzwald – Jagdrecht, Regulierung und Governance-Einordnung

Grindi Wandern Guide

Zurück

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Bei der Übermittlung Ihrer Nachricht ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

Sicherheitsüberprüfung

Ungültiger Captcha-Code. Versuchen Sie es erneut.

©Urheberrecht. Alle Rechte vorbehalten.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.