2. April 2026
Bewegungsanalyse Grindi Herrenwies

Systematische Begehung (02.04.2026) zwischen Badener Höhe und Herrenwies: Kamerapositionen, Wildwechsel-Zonen und eine gesperrte Kernfläche zeigen eine klare Bewegungslogik. Wege strukturieren die Fortbewegung, entscheidend sind jedoch offene Wechselbereiche mit hoher Sicht und variabler Querung.
Kameras, Wildwechsel und Sperrzone im Zusammenspiel
Die Begehung fand zwischen 13:30 Uhr und 17:00 Uhr statt, bei klaren Bedingungen, etwa 10 cm Schnee, bereits leicht antauend. Ziel war es, die vorhandene Struktur vor Ort zu verstehen: Kamerapositionen, Wildwechsel-Zonen und daraus abgeleitet sinnvolle Beobachtungs- bzw. Positionierungsbereiche.
Die Punkte 1, 2 und 3 markieren die identifizierten Kamerastandorte. Diese sind entlang der Wege positioniert und erfassen primär lineare Bewegung. Besonders die Positionen 2 und 3 liegen am Übergang zur Core Zone und kontrollieren damit einen strukturell wichtigen Bereich: den Wechsel zwischen offenem Bewegungsraum und Rückzugsraum.
Das Kreuz (4) markiert eine Stelle mit Losung, was auf aktive Nutzung hinweist. Dieser Punkt ist relevant, weil er zeigt, dass der Bereich nicht nur durchquert wird, sondern funktional Teil des Aufenthaltsraums ist.
Die Wege selbst bilden eine klare Grundstruktur der Bewegung. Sie sind leicht begehbar und werden entsprechend genutzt. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass die Bewegung nicht auf diese Linien beschränkt ist.
Der schraffierte Bereich ist entscheidend anders zu verstehen: Es handelt sich nicht um einen dichten Wald, sondern um einen relativ offenen Bereich mit zahlreichen Wildwechseln. Dadurch entstehen mehrere mögliche Querungen. Gleichzeitig bieten sich hier gute Sichtachsen. Diese Kombination – viele Wechsel bei gleichzeitig guter Einsehbarkeit – macht den Bereich strukturell besonders relevant.
Ein zusätzlicher wichtiger Faktor ist die nicht zugängliche Zone oberhalb der Badener Höhe. Dieser Bereich ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Während der Begehung wurde jedoch eine Spur festgestellt (Mensch und Hund), die über eine verbotene Route in diesen Bereich führte. Das deutet auf eine Nutzung hin, die außerhalb der regulären Wege stattfindet.
In der Gesamtsicht ergibt sich folgende Struktur:
- Wege = grundlegende Bewegungsachsen
- Kamerapositionen = Kontrolle dieser Achsen
- Core Zone = Rückzugsraum
- Wildwechsel-Zone = Bereich mit hoher Bewegungsvariabilität und guter Sicht
- Sperrzone Badener Höhe = potenziell störungsarmer Raum mit selektiver Nutzung
Die Begehung mit zwei Begleitpersonen diente damit nicht der punktuellen Beobachtung, sondern der systematischen Erfassung von Bewegungslogik und Raumstruktur als Grundlage für zukünftige Positionierung.

Kurzbewertung:
→ Wolf: ~70% | Hund: ~25% | Fuchs: ~5%
Begründung:
Haare im Kot → klarer Hinweis auf Fleischfresser mit Wildbeute (spricht eher für Wolf als für Haushund)
Größe (>2,5 cm) → zu groß für Fuchs, passt zu Wolf/großem Hund
Form/Struktur → kompakt, segmentiert → typisch Canide, nicht Vogel/Schalenwild
Lage am Weg (Badener Höhe–Seekopf) → wird von Mensch und Wolf genutzt (kein Ausschlusskriterium)
Trockenheit → spricht für ältere Ablage, neutral für Art
Einordnung:
Trotz stark begangenem Weg bleibt die Kombination aus Größe + Haaranteil ein stärkeres Signal für Wolf als für Hund.
Status:
→ wahrscheinlich Wolf, aber nicht final gesichert ohne Messung/Haaranalyse